Arbeitsprogramm

Das Projekt NIKI besteht aus folgenden Arbeitspaketen:

Arbeitsprogramm 1: Wissenschaftliche Reviews zu Risiko- und Schutzfaktoren und zu Versorgungsstrategien

Zu Projektbeginn wird ein umfassendes Review vorliegender Publikationen zu den Zusammenhängen zwischen den Erkrankungen Adipositas, ADHS und Allergien durchgeführt. Die Bewertung und Systematisierung der Ergebnisse in Bezug auf die Beziehungen zwischen den Erkrankungen und den zu Grunde liegenden Risiko- und Schutzfaktoren dienen dazu, das hypothetische Ausgangsmodell des Projektes („ätiologisches Modell“) weiterzuentwickeln. Im weiteren Verlauf des Projekts wird ein Review zu Versorgungsmodellen bei den drei Erkrankungen folgen, um die Ergebnisse des NIKI-Projektes in den Kontext der Versorgungsforschung zu stellen und aus ihnen Ansätze für diagnostische und therapeutische Innovationen abzuleiten.

Arbeitsprogramm 2: Patientenstudie zu Risiko- und Schutzfaktoren

Kern von NIKI ist eine multizentrische Pilotstudie mit 600 Patienten, die an den vier beteiligten Kliniken durchgeführt wird. Mit ihrer Hilfe sollen krankheitsspezifische und –übergreifende Risiko- und Schutzfaktoren identifiziert bzw. in ihrer Eignung als Marker für diagnostische und therapeutische Zwecke genauer bestimmt werden. Die Besonderheit dieser Pilotstudie liegt darin, dass in der Diagnostik der unterschiedlichen Kliniken, die auf die einzelnen Krankheitsbilder spezialisiert sind, das gesamte Spektrum Adipositas, ADHS und Allergien abgedeckt wird. Somit können Komorbiditäten (also Zwei- oder Dreifacherkrankungen) präzise ermittelt und Zusammenhänge zwischen den drei Erkrankungen genauer untersucht werden. Dabei werden genetische und biologische Parameter ebenso eingeschlossen wie psychosoziale und sozioökonomische Parameter.

Studienlogistik: Ein Entwurf zum Ablaufplan der NIKI-Studie aus einer der Projektsitzungen

Arbeitsprogramm 3: Konzeptentwicklung für weitergehende Forschungen und Innovationen

Auf der Basis der Reviews und der Pilotstudie werden im letzten Drittel des Projekts Konzepte entwickelt, die den Ausgangspunkt für weitergehende medizinische Forschungs- und Innovationslinien bilden. Dazu zählt die mögliche Verknüpfung der NIKI-Studie mit der Nationalen Geburtskohorte, die zur Zeit aufgebaut wird, die Weiterentwicklung des Ätiologischen Modells sowie die Konzeption „maßgeschneiderter“ Interventionen wie zum Beispiel die Weiterentwicklung und Erprobung von nicht-medikamentösen Therapien für die Verbesserung der Selbstregulation oder die Entwicklung familienzentrierter Ansätze.

Arbeitsprogramm 4: Wissenstransfer, Qualifizierung und regionale Profilbildung

Das NIKI-Projekt beinhaltet auch Maßnahmen des Wissenstransfers und der Projektkommunikation, die zur Profilierung der regionalen Gesundheitsforschung, Gesundheitsversorgung und Gesundheitswirtschaft beitragen und den nordrhein-westfälischen Innovationscluster in der Kinder- und Jugendmedizin stärken. Außerdem sollen Thematik und Ergebnisse des NIKI-Projektes über geeignete Veranstaltungsformate, Qualifizierungsnetze und Publikationsvorhaben in medizinisch und gesellschaftlich relevante Diskurse eingebunden werden (z. B. personalisierte Medizin oder das Verhältnis von biologischen und psychosozialen Faktoren bei Krankheitsentstehung und –entwicklung).