LVR-Klinikum Essen

Die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters unter der ärztlichen Leitung von Prof. Hebebrand  ist eine Klinik des LVR-Klinikum Essen (Institut der Universität Duisburg-Essen) und Teil des Landschaftsverbandes Rheinland. Die Klinik beinhaltet zwei Ambulanzen (Essen und Mülheim), einen stationären Bereich und zwei Tageskliniken (Essen und Mülheim). Die Behandlungsschwerpunkte der Klinik liegen u.a. in den Bereichen:

  • Essstörungen
  • Adipositas
  • schizophrene Psychosen
  • affektive Störungen
  • ADHS
  • Schulverweigerung
  • selbstverletzendes Verhalten
  • Suchterkrankungen

Die Ambulanzen der Klinik übernehmen die Diagnostik aller relevanten psychiatrischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter und unterstützen bei der Planung einer tagesklinischen oder stationären Aufnahme. Im Rahmen von Notfallsprechstunden ist auch die Möglichkeit zur Krisenintervention gegeben. Es gibt verschiedene Spezialsprechstunden und Beratungsangebote. Der stationäre Bereich beinhaltet 5 verschiedene Stationen von geschlossener Akut- und Diagnostikstation, eine Psychosomatik-Station, verschiedene Jugendstationen und eine reine Kinderstation.

LVR-Klinikum Essen
Kliniken/Institut der Universität Duisburg-Essen
Wickenburgstraße 21
45147 Essen
www.uni-due.de/rke-kj

Prof. Dr. med. Johannes Hebebrand
Tel. +49 (0) 201 / 8707- 466
johannes.hebebrand@lvr.de

Ansprechpartnerin NIKI-Projekt: Dr. Christiane Kadasch
Tel. +49 (0) 201 / 8707-46
Christiane.Kadasch@lvr.de

Projekte mit NIKI-Bezug

Molekulare Mechanismen der Adipositas (NGFN-PLUS)

Das im Programm der Medizinischen Genomforschung ausgeschriebene Projekt „Molekulare Mechanismen der Adipositas“ wurde von Prof. Johannes Hebebrand und Prof. Anke Hinney von Essen aus koordiniert. Ziel des Verbundes war die Identifizierung von Genen/Allelen, die zu Adipositas prädisponieren sowie ihre nachfolgende Evaluation in epidemiologischer, entwicklungsbiologischer, klinischer, funktioneller und therapeutischer Hinsicht. Unter Verwendung von GWAS- (genome wide association studies) Daten wurden  neue Polygene identifiziert, parallel Studien an Nagern weiter geführt und ein Teilprojekt „Proteomik“ in den Arbeitsblock aufgenommen. Die gewonnenen Befunde wurden im Anschluss validiert und die Relevanz der detektierten Allele in epidemiologischen und adipositas-spezifischen Studiengruppen bewertet, wobei Entwicklungsaspekte im Vordergrund standen. Des Weiteren konnte das Konsortium den Einfluss genetischer Varianz auf den Therapieerfolg verschiedener Maßnahmen zur Gewichtsreduktions untersuchen. Funktionelle Studien haben die Implikationen der detektierten genetischen Varianten mittels in vitro- und in vivo-Modellen beleuchtet; Studien an der Fto Knock-out Maus ermöglichten dabei die Analyse des Adipositas-Polygens mit der bis dahin größten bekannten Effektstärke.

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Identifizierung humaner Adipositasgene mit einem Fokus auf Entwicklungsaspekten (NGFN-TP1)

Das Teilprojekt 1 im oben genannten Verbund wurde aus Essen unter der Leitung von Frau Prof. Hinney erarbeitet. Das Ziel des Teilprojektes ist die Identifizierung von genetischen Varianten, die sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen zu Adipositas prädisponieren. Die Identifizierung von Genen erfolgte in diesem Teilprojekt hauptsächlich durch genomweite Assoziationsstudien (GWAS). Die Arbeitsgruppe in Essen konnte zeigen, dass Personen, die funktionsrelevante Mutationen im MC4R Gen tragen, durchschnittlich um 15 (Männer) bis 30 kg (Frauen) schwerer sind. Das MC4R-Gen kodiert für einen Rezeptor im Hypothalamus, der eine zentrale Rolle im Regelkreis der Energie-Homöostase besitzt.

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Kompetenznetz Adipositas

Das Kompetenznetz Adipositas verbindet bundesweit Experten im Bereich Adipositas. Im Netzwerk organisierte Verbünde erforschen Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung der Adipositas. Sie entwickeln und überprüfen neue Therapien sowie Präventionsstrategien. Das Kompetenznetz stellt fundierte und verständliche Informationen für Ärzte, Verbände, Medien und Betroffene bereit. Damit sorgt das Netzwerk für eine Vernetzung und Stärkung der Adipositasforschung in Deutschland, für einen verbesserten Wissenstransfer der medizinischen Forschung und somit auch für eine bessere Versorgung der Betroffenen. Prof. Hebebrand ist im Vorstand des Kompetenznetzes aktiv und zudem konkret an einer Säule der Projekte der zweiten Förderrunde beteiligt.

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Medizinische und psychosoziale Folgen der extremen Adipositas bei Jugendlichen – Akzeptanz und Wirkung einer strukturierten Versorgung: Die JA-Studie

Jugendliche mit extremer Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für eine frühe Mortalität, für zahlreiche somatische Folgeerkrankungen, psychische Erkrankungen und für eine soziale Isolation einschließlich Arbeitslosigkeit, die sich aufgrund funktioneller Beeinträchtigungen und Stigmatisierungen entwickelt. Trotz dieser bekannten Folgen der extremen Adipositas im Jugendalter und den häufigen erkennbaren (z.B. orthopädische Erkrankungen) und nicht erkennbaren (z.B. Hypertonie) Komorbiditäten, sind diese Jugendlichen medizinisch schwer zu erreichen und zu behandeln. Nur ein kleiner Prozentsatz der Patienten sucht aktiv nach einer Behandlung. Die Gründe hierfür sind unklar und liegen vermutlich in dem jungen Alter, einer überwiegend niedrigen Bildung und einem niedrigen Sozialstatus der Betroffenen sowie in funktionellen Beeinträchtigungen infolge eingeschränkter körperlicher Mobilität und psychischer Begleiterkrankungen. Erfolglose Versuche, Gewicht abzunehmen, entweder alleine und/oder mit medizinischer Betreuung, könnten zudem zu Frustration geführt haben.

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Genome-wide association study for attention deficit/hyperactivity disorder (DFG)

Genome wide association studies (GWAS) recently led to the identification of various polygenes for different complex disorders. Heritability for attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) is high (approximately 0.8). We had previously performed genome wide linkage scans for ADHD. For the peak region on chromosome 5p we found linkage and association to the dopamine transporter gene. Here we aim to identify additional genes relevant for ADHD by a systematic GWAS approach in 808 young patients (here we apply for funding of 450 of these) and 2,144 epidemiological controls (n=1,644 from KORA and n=500 from POPGEN). The 50 best single nucleotide polymorphisms (SNPs) identified by the GWAS and the 20 best copy number polymorphisms (CNPs) will be chosen for confirmation in 2,200 additional independent ADHD trios, provided by co-operation partners and in 600 adult patients with ADHD. Subsequently, we will analyze the validated SNPs/CNPs in silico e.g. for haplotype structure and functional implications.

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LARGE-Verbund

Ziel des Verbund-Projektes LARGE (2008 – 2012) war es, primäre Einflussfaktoren und Mechanismen in der Ätiologie und Pathogenese der Adipositas im Kindesalter sowie deren Folgeerscheinungen zu identifizieren, um daraus evidenzbasierte Strategien für die Prävention und Intervention zu entwickeln. In einem wissenschaftlichen, multizentrischen, interdisziplinären Ansatz wurden endogene (Fettgewebe, genetisch, perinatal) und exogene (Migrationshintergrund, psychosozial) Einflussfaktoren auf die Entwicklung der kindlichen Adipositas von Faktoren in unterschiedlichen Kohorten untersucht. Der Ansatz basierte auf einer zentralen wissenschaftlichen Plattform und Datenbank, die auf Grundlage des existierenden APV-Kinder-Adipositas-Registers weiterentwickelt wurde (APV-LARGE). In diese wurden die identifizierten Einflussfaktoren integriert und longitudinal multizentrisch auf klinische Relevanz überprüft. Es sollten klinisch relevante Prädiktoren und Ansatzpunkte für die Entwicklung von Adipositas und eine erfolgreiche Intervention identifiziert werden. Auf Grundlage der Ergebnisse werden nationale Leitlinien für das Management für kindliche Adipositas entwickelt.

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