Volkskrankheiten

Das NIKI-Projekt untersucht die drei Erkrankungen Adipositas, ADHS und Allergien (insbesondere atopische Dermatitis und Asthma bronchiale). Erforscht werden Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den drei Krankheitsbildern sowie gemeinsame Risiko- und Schutzfaktoren. Dabei spielen Zusammenhänge zwischen körperlichen und seelischen Störungen eine zentrale Rolle. Erwartet werden Erkentnisse und Schlussfolgerungen für die Diagnostik und Therapie in der Gesundheitsversorgung, insbesondere in Bezug auf krankheitsvermeidende und gesundheitsfördernde Verhaltensweisen. Hierzu zählen insbesondere das Ernährungs- und Schlafverhalten und die Regulierung von Stress und Emotionen.

Auf den folgenden Seiten werden die Profile von Adipositas, ADHS und Allergien vorgestellt. Dabei werden folgende Gemeinsamkeiten deutlich:

  1. Alle drei Erkrankungen sind multifaktoriell bedingt. Ihre Entstehung und Entwicklung geht aus einem Zusammenspiel von genetischen, epigenetischen, physiologischen, psychosozialen, umweltbezogenen und sozioökonomischen Faktoren hervor. Die Mechanismen des Zusammenspiels sind bislang nur unzureichend verstanden. Das NIKI-Projekt will zu einem besseren Verständnis über die Erkrankungen beitragen.
  2. Alle drei Erkrankungen haben gravierende Auswirkungen auf die gesundheitliche Lage der betroffenen Kinder und Jugendlichen und sind mit Beeinträchtigungen in Alltag und Lebensqualität verbunden. Daher zielt das Projekt auch darauf, neue Potentiale bei Prävention und Versorgung zu identifizieren.
  3. Alle drei Erkrankungen ziehen gesundheitliche  Risiken und Folgeerkrankungen im weiteren Lebenslauf der Kinder und Jugendlichen nach sich und markieren demnach häufig den Beginn von sogenannten „Krankheitskarrieren“. Insofern hat das NIKI-Projekt auch eine demografische und perspektivische Komponente.
  4. Alle drei Erkrankungen stellen aufgrund ihrer Häufigkeit und aufgrund ihres Anstiegs „Volkskrankheiten im Kindes- und Jugendalter“ dar, die nicht nur von großer epidemiologischer Relevanz sind, sondern auch eine gesundheitspolitische Herausforderung in Bezug auf Versorgung und Finanzierung darstellen.